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Evaluation der Weiterbildung 2011

Mit dem Projekt "Evaluation der Weiterbildung" wollen die Bundesärztekammer und die Landesärztekammern Stärken und Schwächen des ärztlichen Weiterbildungssystems ausloten. Auf folgenden Seiten erfahren Sie mehr.

Mit dem Projekt "Evaluation der Weiterbildung" wollen die Bundesärztekammer und die Landesärztekammern Stärken und Schwächen des ärztlichen Weiterbildungssystems ausloten. 2009 und 2011 wurden weiterzubildende Ärztinnen und Ärzte (WBA) und Weiterbildungsbefugte (WBB) mittels Online-Fragebogen zur Qualität der Weiterbildung in ihrer Einrichtung befragt.
Die Daten wurden von der ETH Zürich ausgewertet und in anonymisierter und aggregierter Form zur Verfügung gestellt.

In den unten angelegten Dateien erhalten Sie einen Überblick über die Ergebnisse:

In den Landesrapporten sind die aggregierten Ergebnisse der Befragung der Weiterzubildenden und Weiterbildungsbefugten auf Landesebene dargestellt.

Im Bundesrapport finden Sie die aggregierten Ergebnisse der Befragung der Weiterzubildenden und Weiterbildungsbefugten auf Bundesebene.

 

Öffentliche weiterbildungsstättenbezogene Ergebnisspinne:

Die so genannten Ergebnisspinnen als Bericht für die Weiterbildungsstätten können unter folgendem LINK eingesehen werden: www.evaluation-weiterbildung.de (ext. Link). Hier sind für alle Landesärztekammern, so auch für Sachsen-Anhalt, alle Ergebnisspinnen der Weiterbildungsstätten zu finden, sofern der Weiterbilder einer Veröffentlichung nicht widersprochen hat. Die Auswahl kann über Landesärztekammer und Fachrichtung erfolgen.

Die Ergebnisspinnen stellen die Antworten der WBA auf die Kernfragen zur Weiterbildung als aggregierte Mittelwerte der acht Fragenkomplexe für die Weiterbildungsstätte im Vergleich mit der Fachrichtung des Befugten auf Landes- und Bundesebene dar.

 

Ärztliche Weiterbildung in Sachsen-Anhalt

Wo stehen wir?

Die Ergebnisse der Befragung haben sich im Vergleich zu 2009 im Mittel in allen Fragenkomplexen verbessert. Die Globalbeurteilung fällt mit der Note 2,44 gut aus (2009: 2,54). Dieser Trend spiegelt sich auch in den weiteren Fragenkomplexen wider. Mit Gut (2,09) bewerten die Weiterzubildenden die Betriebskultur. Zufrieden sind sie auch mit der Vermittlung von Fachkompetenz (2,29) und mit der Führungskultur (2,32).
Unmittelbares Ziel der erneut sehr aufwendigen Befragung war, die Rahmenbedingungen ärztlicher Weiterbildung darzustellen sowie Stärken und Schwächen aufzudecken. Mittelbar soll eine Verbesserung/Beseitigung erkennbar gewordener Schwächen und Defizite dazu führen, dem Ärztemangel entgegen zu wirken.

Eine wesentliche Veränderung zur ersten Befragung von 2009 bestand darin, dass die in Weiterbildung befindlichen Ärztinnen und Ärzte (WBA) ihre Zugangsdaten zum Webportal nicht mehr durch den Weiterbildungsbefugten (WBB), sondern direkt von der zuständigen Ärztekammer erhielten. Dies wurde nach Auswertung der Befragung von 2009, in der Hoffnung, mehr Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung zu erreichen, geändert, setzte aber nach wie vor voraus, dass die Befugten der Kammer meldeten, wer sich bei ihnen in Weiterbildung befindet. Zusätzlich bestand die Möglichkeit, sich als in Weiterbildung Befindlicher auch direkt an seine Kammer zu wenden, was etwa zu 15 % genutzt wurde.

In ganz Deutschland wurden 40.039 Weiterbildungsbefugte mit der Bitte um Teilnahme durch die jeweils zuständigen Ärztekammern angeschrieben. 22.647 WBB meldeten zurück, dass sie aktuell keine/n in Weiterbildung befindlichen Ärztin/Arzt betreuen. Somit verblieben noch 17.392 Weiterbildungsbefugte, davon waren 9.276 (53,3 %) aktiv an ihrer eigenen Befragung beteiligt. Weitere 1.442 meldeten ihre in Weiterbildung befindlichen Ärztinnen und Ärzte, ohne den Fragebogen auszufüllen.

Die Rücklaufquote der Weiterbildungsbefugten konnte in Sachsen-Anhalt im Vergleich zur ersten Befragung von 58,03 % auf 68,60 % gesteigert werden. Damit liegen wir im bundesdeutschen Vergleich im guten Mittelfeld (siehe Tabelle 1).

 Landesärztekammer (LÄK)  Anzahl WBB (aktiv)  Anzahl WBB (geantwortet) Rücklaufquote (RLQ) in %
LÄK Baden-Württemberg 2.663 957 35,94
Bayerische LÄK 2.650 1.501 56,64
ÄK Berlin 1.309 499 38,12
LÄK Brandenburg 491 354 72,10
ÄK Bremen 174 125 71,84
ÄK Hamburg 416 262 62,98
LÄK Hessen 1.745 301 17,31
ÄK Mecklenburg-Vorpommern 368 259 70,38
ÄK Niedersachen 1.272 617 48,51
ÄK Nordrhein 1.779 1.033 58,07
LÄK Rheinland-Pfalz 644 462 71,74
ÄK des Saarlandes 262 163 62,21
Sächsische LÄK 928 638 68,75
ÄK Sachsen-Anhalt 484 332 68,60
ÄK Schleswig-Holstein 540 434 80,37
LÄK Thüringen 389 254 65,30
ÄK Westfalen-Lippe 1.278 1.084 84,82
Deutschland 17.392 9.276 53,33


Tabelle 1: WBB-Befragung; Rücklaufquote



Von den in Weiterbildung befindlichen Ärztinnen und Ärzten beteiligten sich in Sachsen-Anhalt jedoch nur 32,14 % an der Evaluation (siehe Tabelle 2). Hierfür muss es Gründe geben, die im Rahmen der Auswertung zu hinterfragen sind.

Landesärztekammer (LÄK) Anzahl WBA (gemeldet) Anzahl WBA (geantwortet) Rücklaufquote (RLQ) in %
LÄK Baden-Württemberg 6.495 2.251 34,66
Bayerische LÄK 8.661 3.860 44,57
ÄK Berlin 2.750 900 32,73
LÄK Brandenburg 1.502 668 44,47
ÄK Bremen 677 336 49,63
ÄK Hamburg 1.854 1.033 55,72
LÄK Hessen 3.718 409 11,00
ÄK Mecklenburg-Vorpommern 1.175 520 44,26
ÄK Niedersachen 3.756 1.613 42,94
ÄK Nordrhein 6.041 1.958 32,41
LÄK Rheinland-Pfalz 2.872 809 28,17
ÄK des Saarlandes 749 232 30,97
Sächsische LÄK 2.673 1.579 59,07
ÄK Sachsen-Anhalt 1.400 450 32,14
ÄK Schleswig-Holstein 2.110 929 44,03
LÄK Thüringen 1.233 574 46,55
ÄK Westfalen-Lippe 5.460 2.397 43,90
Deutschland 53.126 20.518 38,62


Tabelle 2: WBA-Befragung; Rücklaufquote



Nachfolgend einige ausgewählte Befragungsergebnisse:
 

Sachsen-Anhalt

2009

(Schulnote)

Bundesdurchschnitt

2009

(Schulnote)

Sachsen-Anhalt

2011

(Schulnote)

Bundesdurchschnitt

2011

(Schulnote)

Globalbeurteilung 2,56 2,54 2,30 2,44
Fachkompetenz 2,45 2,52 2,14 2,29
Lernkultur 2,27 2,39 2,48 2,29
Führungskultur 2,37 2,45 2,13 2,32
Fehlervermeidung 2,88 2,81 2,70 2,67
Entscheidungskultur 2,19 2,21 2,02 2,13
Betriebskultur 2,20 2,12 1,99 2,09
wissenschaftlich begründete Medizin 3,71 3,52 3,09 3,25



Für 2011 sind in Sachsen-Anhalt z. B. die folgenden Fragen mit entsprechenden Bewertungen versehen worden:

(1 = trifft voll und ganz zu bis 6 = trifft überhaupt nicht zu)

In der vertraglich geregelten Arbeitszeit kann ich die Arbeit zu meiner vollen Zufriedenheit erfüllen. 2,71
In der vertraglich geregelten Arbeitszeit kann ich die Weiterbildung zu meiner vollen Zufriedenheit erfüllen. 3,08
Die notwendige Infrastruktur (z.B. PC-Arbeitsplatz, Internetzugang) ist vorhanden, damit ich meine Arbeit effizient ausführen kann. 1,78
Durch administrative Auflagen werde ich in meiner Arbeit am Patienten eingeschränkt. 3,33
Durch administrative Auflagen werde ich bei meiner Weiterbildung eingeschränkt. 3,51
Über wichtige Entscheidungen der Krankenhausleitung, welche meine Weiterbildung betreffen, werde ich rechtzeitig informiert. 3,16
Die vom Gesetz vorgeschriebene Arbeitszeitregelung wirkt sich negativ auf meine Arbeit am Patienten aus. 4,70
Die vom Gesetz vorgeschriebene Arbeitszeitregelung wirkt sich negativ auf meine Weiterbildung aus. 4,67
Werden die für Ihren Arbeitsbereich tariflich vereinbarten Regelungen bezüglich der Arbeitszeit eingehalten? 2,34
Weitere Befragungen ergaben für 2011:
  • zu 90,45 % fallen bundesweit Mehrarbeit bzw. Überstunden an
  • 58,60 % der Mehrarbeit/Überstunden werden in Deutschland dokumentiert
  • 13,46 % der bundesweit dokumentierten Mehrarbeit/Überstunden werden nicht ausgeglichen bzw. bezahlt
  • zu 59,63 % betreut in Sachsen-Anhalt in erster Linie der Oberarzt die Weiterbildung (Deutschland: 62,56 %)
  • 38,72 % der WBA erhielten in Sachsen-Anhalt weder mündlich noch schriftlich einen strukturierten Weiterbildungsplan (Deutschland: 42 %)
  • 32,19 % vereinbarten in Sachsen-Anhalt weder mündlich noch schriftlich konkrete Weiterbildungsziele/Lernziele (Deutschland: 32,70 %)

Wie bereits 2009 zeigen die Ergebnisse der aktuellen Befragung bundesweit, dass nach wie vor der ökonomische Druck den Arbeitsalltag der Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung bestimmt. Unbezahlte Überstunden, eine enorme Arbeitsverdichtung und immer mehr nichtärztliche organisatorische Tätigkeiten sind an der Tagesordnung. Mehr als die Hälfte der Weiterzubildenden (ca. 52 %) hat das Gefühl, dass sie in der vertraglich geregelten Arbeitszeit ihre Aufgaben nicht zur Zufriedenheit erfüllen können. Rund 60 % der Weiterzubildenden dokumentieren, dass die zunehmende Bürokratie die Patientenversorgung und die Weiterbildung gleichermaßen behindern. Von den Weiterzubildenden, die Bereitschaftsdienste ausüben, können fast 30 % nie oder nur selten die Ruhezeiten gemäß Arbeitszeitgesetz einhalten. Auch müssen 66 % nach Beendigung ihres Bereitschaftsdienstes weiter arbeiten.

 

Fazit:

Es hat sich gezeigt, dass diejenigen Weiterbildungsstätten, die bereits an der ersten Befragung teilnahmen, durchaus davon profitieren, weil sie sich mit dem Thema Weiterbildung intensiv befasst und neue Erkenntnisse gewonnen und zum Teil bereits Veränderungsprozesse eingeleitet haben.

Die Ärztekammern werden auch in Zukunft Evaluationen durchführen, um die kritische Phase beim Einstieg in die ärztliche Tätigkeit und während der Weiterbildung optimal zu bahnen und somit langfristig zu einer hohen Qualität in der Patientenversorgung beizutragen.