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Ärztekammer Sachsen-Anhalt übernimmt Trägerschaft des Krebsregisters

Krebs- und Herzinfarktregister Sachsen-Anhalt für eine zukunftsfähige medizinische Versorgung im Land

Pressemitteilung vom 11. Januar 2017

Magdeburg/Ärztekammer. Sachsen-Anhalt weist im Bundesvergleich eine viel zu hohe Herzinfarktsterblichkeit auf. Gleichzeitig geht mit dem steigenden Altersdurchschnitt ein erhöhtes Krebsrisiko einher. Wesentliche Informationen zur Behandlung beider Volkskrankheiten werden von der Auswertung der entsprechenden Register erwartet. "Beide Register sind ungemein wichtig, um die Ursachen und Faktoren der hohen Sterblichkeit zu erforschen", erklärt Dr. Simone Heinemann-Meerz, Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt.

Aktuell soll die Ärztekammer Sachsen-Anhalt die Trägerschaft des neuen Krebsregisters übernehmen. Nach Inkrafttreten des entsprechenden Gesetzes im April 2013 wurden die Bundesländer verpflichtet, klinische Krebsregister bis zum Ende des Jahres 2017 einzurichten. Nachdem zunächst eine dezentrale Lösung gesucht wurde, beabsichtigt die Landesregierung nun der Ärztekammer die Aufgabe zu übertragen. Heinemann-Meerz bedauert den inzwischen eingetretenen Zeitverzug von drei Jahren, durch den die Umsetzung bis zum Jahresende kaum mehr zu schaffen sei. "Der Aufbau eines funktionsfähigen und vor allem förderfähigen Landeskrebsregisters nimmt erhebliche Zeit in Anspruch. Wir werden uns der Aufgabe und Verantwortung stellen. Die Finanzierung des Registers muss jedoch abgesichert sein", so die Präsidentin.

Hintergrund ist, dass die Krankenkassen die klinischen Krebsregister seit 2014 in Form einer Pauschale fördern. Dabei müssen Förderkriterien bis zum 31.12.2017 erfüllt werden. Durch die nunmehr verknappte Zeit ist die Finanzierung gefährdet. Neben den späteren Betriebskosten, geht es auch um die Absicherung der Errichtungskosten. "Für uns muss Klarheit bestehen, dass die Kosten, die mit der Errichtung und dem Betrieb verbunden sind, von den Krankenkassen und dem Land getragen werden. Mittel der Ärztekammer dürfen dafür nicht verwendet werden", stellt die Präsidentin klar.

Ziel der Krebsregister ist die Etablierung einer bundesweit flächendeckend einheitlichen Krebsregistrierung in Deutschland, um die onkologische Versorgung zu verbessern.

Dabei nimmt die Kammerpräsidentin auch Bezug auf das Herzinfarktregister. Dieses wurde 2013 ins Leben gerufen. Kurz vor dem Jahreswechsel wurde bekannt, dass die Kosten für dessen Fortführung nicht im Haushalt eingeplant wurden. "Wenn das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration die Daseinsvorsorge für unser Bundesland ernst nimmt, muss dieses Register die nächsten Jahre fortgesetzt werden", so Heinemann-Meerz. Deshalb kann hier die Finanzierung nicht den Universitäten aufgebürdet werden.

Auch das Herzinfarktregister soll die Ursachen der überdurchschnittlich hohen Herzinfarktsterblichkeit im Land untersuchen, mit dem Ziel, das mögliche Maßnahmen zum gezielten Gegensteuern abgeleitet werden können.